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Vor 5 Jahren kamst du zu mir, anvertraut zu guten Händen. Zuerst hattest du Angst, alles neu. Du hast dich unten im Regal versteckt. Die erste Nacht habe ich auf dem Boden vor dem Regal liegend verbracht, meinen Arm zu dir hinein gelegt, um dir die Angst zu nehmen. Irgendwann in der Nacht hast du dann deine Pfötchen um meinen Arm gelegt, da war der Bann gebrochen. Von da an warst du wie ein guter Geist an meiner Seite. Wo ich war, da warst du auch. Morgens, wenn ich vom Nachtdienst kam, hast du schon aus dem Fenster geschaut, oder mich an der Tür erwartet. dann kam die Begrüßung, auf dem Teppich rollen, schmusen, miauen, nicht wissen, wohin mit all der Freude. Dann im Bad kämmen, kleine Rituale. Futter kam später. Anschließend bei mir schlafen, in meinem Arm, manchmal auf dem Rücken liegend.Deinen Atem zu spüren, zu hören war so beruhigend. Deine Wärme zu fühlen gab mir Sicherheit. Du warst so eine große Katze, wenn du dich neben mich auf die Hinterpfoten gestellt hast, gingst du mir bis an den Oberschenkel. Augen wie kleine Bernsteine, funkelnd, warm, liebevoll. Jetzt heim zu kommen, ist eine Qual. Alles so leer und totenstill, die Wohnung hat ihre Seele verloren.
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